Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Menschen Verderben
Ohne Gerechtigkeit ist kein Leben möglich. Deshalb gehört Gerechtigkeit zu den wichtigsten Begriffen in der Bibel. Gott ist gerecht, und er erwartet von uns, dass wir uns um Gerechtigkeit bemühen. Dabei geht es nicht um eine sture Buchstabengerechtigkeit und Gleichmacherei, sondern immer darum, dass Menschen und alle anderen Geschöpfe das bekommen, was ihnen zusteht und was sie zum Leben brauchen. Ungleichheit ist nicht das Problem. Sie ist normal.
Es gibt Starke und Schwache in Gottes Schöpfung. Das Problem ist, wenn die Starken die Schwachen ausnutzen und unterdrücken und ihnen den Zugang zu den wichtigsten Dingen des Lebens verwehren. Wo eine Gemeinschaft, ein Volk oder die Weltgesellschaft das zulässt, zerstört sie sich selbst.
Die Bibel ruft ihre Leser unaufhörlich dazu auf, sich mit Unrecht und Unfrieden nicht abzufinden, sondern mit Gottes Hilfe Wege der Gerechtigkeit, des Friedens und der Bewahrung der Schöpfung zu finden.
Dazu wollen auch wir als Kirchengemeinde Mut machen und laden immer wieder zu Veranstaltungen ein, die die Menschen auf diesem Weg stärken sollen.
POEMA – ein gemeinsames Projekt von Schule und Kirche
POEMA Deutschland – der Name kommt Ihnen vielleicht bekannt vor.
Aber wissen Sie für was die Abkürzung POEMA steht? POEMA bedeutet PObreza E Meio abiente na Amazônia und heißt Armut und Umwelt in Amazonien.
Über die Umwelt-AG an der Bermaringer Grundschule kam der Kontakt zu POEMA Deutschland zustande. Seit der Verein 1994 in Stuttgart gegründet wurde, setzt er sich für die Menschen in Amazonien (hier Brasilien) ein, indem er die Öffentlichkeit über die Probleme der Menschen informiert. Ebenso vermittelt POEMA Partnerschaften mit Gemeinden in Amazonien, so dass dort durch die Bekämpfung der Armut der Regenwald, die grüne Lunge unserer Erde, geschützt wird und somit soziale und ökologische Aspekte miteinander verbunden werden.
Was heißt das im Einzelnen? Die hauptsächlichen Aktionsfelder von POEMA Deutschland sind:
· Die Förderung des Baus von Trinkwasseranlagen
· Der Aufbau einer solar gestützten Energieversorgung
· Der Bau von Gesundheitsstationen im Regenwald
Wie muss man sich das vorstellen? Bei allen Projekten, die unterstützt werden, spielt Hilfe zur Selbsthilfe sowie eine autarke Versorgung die zentrale Rolle. POEMA finanziert mit Spendengeldern das Material zum Bau von Trinkwassersystemen, Solaranlagen oder Gesundheitsstationen. Für den Aufbau sind die Dorfbewohner, unter Anleitung von Fachkräften, selbst verantwortlich. Auch werden die Dorfbewohner darin ausgebildet, Instandhaltungsarbeiten an den technischen Anlagen eigenständig auszuführen oder erhalten eine minimale medizinische Grundausbildung um in den Gesundheitsstationen für die indigene Bevölkerung eine minimale Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.
Nachdem die Grundschule Bermaringen im vergangenen Jahr beschlossen hatte den Erlös ihres Weihnachtsverkaufs an POEMA zu spenden, bekommt sie nun am 17. Mai Besuch von Schülern des Robert-Bosch-Gymnasiums aus Langenau, die bereits seit mehreren Jahren POEMA unterstützen. Sie werden dann unseren Schülern und interessierten Erwachsenen über die Arbeit von POEMA berichten. Das Robert-Bosch-Gymnasium sammelt zum wiederholten Mal Geld für den Bau einer Trinkwasseranlage eines weiteren Dorfes in Amazonien. Da so eine Anlage ca. 10.000 € kostet, haben sich die Bermaringer Schüler dazu entschlossen, sich dem Langenauer Projekt anzuschließen. Eine langfristige Kooperation wird angestrebt, nachdem auch die Kirchengemeinde Bermaringen ihre Unterstützung zugesagt hat. Das Opfer des Familiengottesdienstes sowie der Erlös des gemütlichen Beisammenseins in der Schulaula, das sich an den Familiengottesdienst zum Singspiel „Der verlorne Sohn“ am 21.03.2010 angeschlossen hat, kommen ebenfalls POEMA zu Gute, und das sind immerhin ca. 1000 €.
Vielen Dank allen, die zu diesem tollen Ergebnis beigetragen haben.
Petra Wiezorek
Herbstabende Tomerdingen "Globale Gerechtigkeit"

Die neuen Herbstabende für 2010 sind inhaltlich noch nicht geplant. Als Termine vorgesehen sind Donnerstag 14.Oktober, 28.Oktober und 11.November, jeweils in der Tomerdinger Martinskirche.
Damit Sie ein Bild davon bekommen, wie diese Abende sind, lassen wir zur Ihrer Information de Text für die vergangenen Herbstabende stehen.
Herbstabende 2009
"Die Frucht der Gerechtigkeit ist Frieden", sagt die Bibel. Frieden ist nur da, wo Menschen Gerechtigkeit erfahren. Wo sie wenigstens das bekommen, was Gott ihnen zum Leben geben möchte.
In unserer Reihe "Herbstabende in der Martinskirche" geben wir dem Thema "Globale Gerechtigkeit" unter uns Raum. Wir haben ein interessantes Programm für Sie zusammen gestellt, bieten verschiedene Zugänge zu Thema, über einen Vortrag, ein Konzert, einen Film.
Wir wollen mit dieser Thematik deutlich machen, dass wir als Kirche Anwalt für die Armen sein sollen. Unsere Aufgabe in diesem reichen Land ist es, Menschen zu ermutigen, die Augen zu öffnen, die Fehlentwicklungen zu sehen und eigene Schritte der Veränderung zu wagen. Es mögen oft nur kleine Schritte sein, die wir als Einzelne gehen können.
Aber in Gottes Reich zählt jede kleine Tat. Wir haben Gott oft nur kleine Taten anzubieten, aber er ist in der Lage, daraus manchmal erstaunliche Dinge zu machen.
Ihr Pfarrer Thomas Arndt
Die Herbstabende finden jeweils um 19.30 Uhr in der Tomerdinger Martinskirche statt am:
24.09.2009: "Globalisierung - was heißt das für uns Christen?"
15.10.2009: "Alle(s) satt" - Chorkonzert
05.11.2009: "We feed the world" - Film mit anschließender Diskussion
Flyer zu den Herbstabend:
Außenseite
Innenseite
Gentechnik
Das Thema Gentechnik betrifft uns als ChristInnen in unserer Verantwortung gegenüber Gottes Schöpfung unmittelbar.
Die Frage nach der Patentierbarkeit des Lebens,
der Blick auf Artenschutz und Sortenvielfalt sowie
die Frage, welchen Glauben wir menschlichen Heilsversprechungen schenken können,
die Tatsache, dass Gentechnik ein großes Geschäft finanzkräftiger und mächtiger Konzerne mit Schaffung von Abhängigkeiten sowie unabsehbaren Folgen für die Natur und den Menschen bedeutet
- das alles sind Fakten, die uns in die Verantwortung vor Gott und dessen Schöpfung rufen.
Die Kirchengemeinderäte Bermaringen und Temmenhausen-Tomerdingen haben ihren vergangenen Sitzungen folgenden Beschluss gefaßt:
"1. Bei der Neu-Verpachtung von kirchengemeinde-eigenen landwirtschaftlichen Flächen wird durch eine entsprechende Vertragsklausel sichergestellt, dass auf unseren Flächen kein gentechnisch verändertes Saatgut verwendet wird.
2. In Einrichtungen und bei Veranstaltungen der Evang. Kirchengemeinde Bermaringen/Temmenhausen-Tomerdingen werden keine Lebensmittel angeboten, die gentechnisch veränderte Zutaten beinhalten und entsprechend gekennzeichnet sind.
3. Die Landwirte in Bermaringen/Temmenhausen-Tomerdingen und Umgebung werden ermutigt, kein gentechnisch verändertes Saatgut und entsprechende Futtermittel zu verwenden. Es wird ihnen empfohlen, eine entsprechende Selbstverpflichtungserklärung zu unterzeichnen. Die Evang. Kirchengemeinde Bermaringen/Temmenhausen-Tomerdingen möchte mithelfen, eine regionale bäuerliche Landwirtschaft zu bewahren.
4. Die Erzeuger und Verarbeiter von Lebensmitteln in Bermaringen/Temmenhausen-Tomerdingen und Umgebung werden aufgefordert, ihre Produkte ohne den Einsatz von Gentechnik zu produzieren und diese gemäß Gentechnikgesetz entsprechend zu kennzeichnen.
5. Den Bürgerinnen und Bürgern in Bermaringen/Temmenhausen-Tomerdingen und Umgebung wird empfohlen, durch Beachten entsprechender Hinweise auf den Einkauf von Lebensmitteln zu verzichten, die mit dem Einsatz von Gentechnik hergestellt wurden.
6. Der Kirchengemeinderat bittet andere Kirchengemeinden sowie andere öffentliche Einrichtungen in der Region, sich dieser Erklärung anzuschließen."
1000 Gemeinden trinken fair

Kaffee-Erzeuger leben oft in bitterer Armut. Dass dies auch anders geht, macht der Faire Handel deutlich. Den kleinbäuerlichen Produzenten werden für ihre Erzeugnisse ein garantierter und fairer Mindestpreis gezahlt, der über dem oft ruinös niedrigen Weltmarktpreis liegt.
Die Kaffee-Initiative von "Brot für die Welt" hat erst vor kurzem den Sprung über den Großen Teich geschafft. Mit der "Old Reformed Church of Christ" aus Philadelphia in den USA reiht sich erstmals eine Kirchengemeinde aus dem Ausland in die Aktion ein.
Vor 3 Jahren hat Brot für die Welt die Aktion „1000 Gemeinden trinken fair“ gestartet. Im Oktober 2007 haben sich Bermaringen und Temmenhausen-Tomerdingen als 397. bzw. 398. Gemeinde “fair-pflichtet“, bei Gemeindeveranstaltungen nur noch fair gehandelten Kaffee (und Tee) auszuschenken. Am 8. Februar hat Brot für die Welt bundesweit mit Kaffeeparties die 1000. Gemeinde gefeiert.
Mit kleinen Kaffeeparties am 01. und 08. Februar haben auch wir in unseren Gemeinden mitgefeiert. Wir wünschen Brot für die Welt, dass die Aktion weiterhin Kreise zieht und sich immer mehr Gemeinden für Fairen Kaffee entscheiden, da hier kirchlichen Einrichtungen in gewisser Weise eine besondere Vorbildfunktion zukommt.
Wir freuen uns, wenn Sie das Kirchenkaffee beim nächsten Mal wieder besuchen – und laden Sie vielleicht irgendwann wieder zu einer Kaffeeparty in die Sakristei unserer Nikolauskirche ein, denn: Platz ist in der kleinsten Hütte, um eine gute Tasse fairgehandelten Kaffees zu trinken und ein Schwätzle zu halten.